Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Stress zu einer der großen Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts erklärt. Jeder dritte Deutsche leidet unter Stress. Gesundheitliche Folgen sind oft Herz- Kreislauf- Erkrankungen mit erheblichen Kosten für das Gesundheitssystem. Stressfaktor Nummer 1 ist die Berufstätigkeit. Besonders in Baden-Württemberg ist Stress zur Volkskrankheit geworden.
Fast täglich sehe ich in meiner Praxis Menschen, die nicht mehr können, erschöpft und ausgebrannt sind. Viele müssen mehr arbeiten, weil Stellen abgebaut werden, ohne der vermehrten Belastung für den Einzelnen angemessen Rechnung zu tragen. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, um psychische Fehlbelastungen (das sind Belastungen mit negativen Auswirkungen; häufigste Ursachen: Stress und Mobbing) zu vermeiden.
Denn Menschen sind das wirkliche Kapital unserer Firmen, wie es Lee Iacocca (amerikanischer Topmanager) einmal formuliert hat: " Letzten Endes kann man alle wirtschaftlichen Vorgänge auf drei Worte reduzieren: Menschen, Produkte und Profite. Die Menschen stehen an erster Stelle. Wenn man kein gutes Team hat, kann man mit den beiden anderen nicht viel anfangen ".
Anhaltender Stress am Arbeitsplatz ist ein wesentlicher Faktor für das Auftreten von depressiven Verstimmungen. Diese Störungen stehen bei der weltweiten Krankheitsbelastung (global disease burden) an vierter Stelle. Bis 2020 rechnet man damit, dass sie nach den ischämischen Herzerkrankungen vor allen anderen Krankheiten auf dem zweiten Platz stehen werden (Weltgesundheitsorganisation, 2001).
Auch für Bluthochdruck ist Stress ein wesentlicher Faktor. Bei Stress
werden bestimmte Hormone im Körper ausgeschüttet. Sie stoßen
verschiedene körperliche Reaktionen an: Das Herz schlägt
schneller, Gehirn und Lunge werden besser versorgt, die Sinne
sind geschärft. Ist der Stress jedoch zu groß und hält über
einen längeren Zeitraum an, hat die Hormonausschüttung negative
Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, den Magen-Darm-Trakt
und das Immunsystem. Bluthochdruck, Magengeschwüre,
eine erhöhte
Infektanfälligkeit oder ein Herzinfarkt können die Folge sein.
Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga
oder autogenes Training sind sinnvoll, um Stress abzubauen.